Sturmflut Festival

Szene News StageCore Festival-Story

Vom Herzensprojekt zur ersten Sturmflut

Wie aus der Idee für einen Tag voller Deutschrock ein gemeinnütziges Festival mit Rock, Metal, Punk, Camping und einer besonderen sozialen Mission entstand.

Sturmflut Festival Ostfriesland Jheringsfehn Szene News
Ostfrieslands neue Festivalkultur

Was mit einer zunächst beinahe beiläufigen Idee begann, ist längst zu einem vollständigen Festivalprojekt gewachsen. Hinter dem Sturmflut Festival Ostfriesland stehen kein großer Veranstaltungskonzern und keine anonyme Agentur, sondern ein gemeinnütziger Verein, ehrenamtliche Helfer und Menschen, die mit Musik tatsächlich etwas bewegen möchten.

Die erste Idee

Ein Festival, das Ostfriesland noch gefehlt hat

Manche Festivals entstehen in den Konferenzräumen großer Agenturen. Andere beginnen mit einem Gedanken, einer Nachricht unter Freunden und der Frage: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht bei uns?

Beim Sturmflut Festival Ostfriesland war es Ralf, der heutige erste Vorsitzende des Vereins, der die Idee ins Rollen brachte. Sein ursprünglicher Plan war zunächst überschaubar: ein eintägiges Festival in Ostfriesland, musikalisch hauptsächlich im Bereich Deutschrock angesiedelt.

Als er seinen Gedanken erstmals vorstellte, folgte zunächst der realistische Blick auf Genehmigungen, Technik, Sicherheit, Organisation und den enormen Aufwand, den eine solche Veranstaltung mit sich bringt. Doch Ralf ließ die Idee nicht mehr los.

Er war überzeugt davon, dass Ostfriesland ein solches Festival braucht. Erste Bands wurden angefragt und tatsächlich signalisierten mehrere Künstler sofort Interesse. Aus einem anfänglichen Gedankenspiel wurde damit Schritt für Schritt ein reales Projekt.

Das musikalische Konzept

Aus Deutschrock wird eine musikalische Sturmflut

Während Deutschrock den Ausgangspunkt bildete, wurde das musikalische Konzept schnell erweitert. Metal und Punk kamen hinzu und machten aus der ursprünglichen Idee ein breiter aufgestelltes Festivalprojekt.

Nach und nach holten Ralf und seine Mitstreiter weitere Freunde in das Organisationsteam. So entstand eine bunt gemischte Gruppe aus Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Fähigkeiten und persönlichen Hintergründen.

Genau diese Mischung wurde zu einer der größten Stärken des Projekts. Aufgaben wurden verteilt, Ideen gesammelt, Kontakte hergestellt und die ersten Planungen immer konkreter. Während sich ein Teil des Teams mit Bands und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigte, kümmerte sich Ralf unter anderem um Bühne, Technik und die infrastrukturellen Voraussetzungen.

Schon früh stand außerdem fest: Zu einem echten Festival gehört für das Team auch Camping. Aus dem zunächst geplanten einzelnen Veranstaltungstag entwickelte sich so Stück für Stück ein vollständiges Festival.

Musikalische Ausrichtung Rock, Deutschrock, Metal und Punk Laut, vielfältig und bewusst abseits eines reinen Mainstream-Festivalprogramms.
Organisation Gemeinnützig und ehrenamtlich Hinter der Veranstaltung steht ein Verein und kein kommerzieller Festivalveranstalter.
Festivalcharakter Klein, persönlich und maritim Die Sturmflut soll bewusst nahbar bleiben und ihre eigene ostfriesische Identität behalten.
Soziale Verantwortung

Mehr als Bühne, Bier und laute Gitarren

Hinter dem Sturmflut Festival steht weit mehr als der Wunsch, ein neues Musikereignis in Ostfriesland zu etablieren. Von Anfang an war es den Beteiligten wichtig, Vereine und Initiativen sichtbar zu machen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen.

Der persönliche Hintergrund spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Ralfs Familie gab es Krebserkrankungen. Dadurch entstand der Wunsch, darauf aufmerksam zu machen, wie viele gemeinnützige Organisationen Erkrankte, Angehörige und Menschen mit anderen Problemen begleiten.

Viele dieser Vereine leisten täglich wertvolle Arbeit, stoßen dabei jedoch selbst immer wieder an finanzielle Grenzen. Das Festival soll deshalb nicht nur unterhalten. Es soll Aufmerksamkeit schaffen, Verbindungen herstellen und zeigen, welche wichtige Unterstützung vielerorts im Verborgenen geleistet wird.

Ein starkes Fundament

Aus einer Freundesgruppe wird ein Verein

Als das Projekt immer größer wurde, war klar, dass es eine verlässliche organisatorische Struktur braucht. Um Verträge, Finanzen, Genehmigungen und die weitere Entwicklung vernünftig abzuwickeln, gründete das Team einen gemeinnützigen Verein.

Dieser Verein soll nicht nur das Festival tragen. Ein weiteres Ziel ist es, regionale Bands zu fördern, zu unterstützen und ihnen zusätzliche Sichtbarkeit zu verschaffen.

Im Laufe der Vorbereitungen stellte das Team immer deutlicher fest, wie viele starke Künstler und Bands es in der Region und darüber hinaus gibt. Diese Entdeckung bestätigte den ursprünglichen Gedanken: In Ostfriesland gibt es nicht nur ein Publikum für Rock, Metal und Punk, sondern auch eine lebendige Musikszene, die mehr Bühnen und Aufmerksamkeit verdient.

Dass bereits zahlreiche Sponsoren das Festival unterstützen, empfindet das Team als große Bestätigung. Dennoch bleibt das Projekt auf weitere finanzielle Hilfe und einen erfolgreichen Vorverkauf angewiesen, damit möglichst viele der geplanten Ideen tatsächlich umgesetzt werden können.

Das Organisationsteam des Sturmflut Festivals Ostfriesland
Aus einer gemeinsamen Idee entstand ein gemeinnütziger Verein und schließlich ein vollständiges Festivalprojekt.
Eine persönliche Geschichte

Wenn ein Festival plötzlich noch mehr Bedeutung bekommt

Mitten in der Vorbereitungszeit erhielt das Projekt für Tanja des Organisationsteams eine noch tiefere und sehr persönliche Bedeutung. Beim eigenen Vater wurde Krebs diagnostiziert. Die Erkrankung schritt schnell voran und er verstarb kurze Zeit später.

Bis zuletzt hatte er sich sehr für die Entwicklung des Festivals interessiert. Aus dieser Erinnerung entstand zusätzlicher Antrieb: Das Festival sollte nun erst recht zu etwas Besonderem werden.

Als persönliche Würdigung ist eine Bierbude geplant, deren Name an ihn erinnern soll. Damit erhält die Veranstaltung einen stillen und individuellen Erinnerungsort – mitten in einem Festival, das ansonsten von lauter Musik, Gemeinschaft und Lebensfreude geprägt sein wird.

Gerade dieser Kontrast zeigt, worum es den Organisatoren geht. Das Sturmflut Festival soll Raum für Musik und ausgelassenes Feiern schaffen, zugleich aber auch die Menschen und Geschichten hinter dem Projekt sichtbar machen.

Eigenständige Identität

Kein zweites Omas Teich – und genau das ist gewollt

Ein neues Festival in Ostfriesland weckt beinahe zwangsläufig Erinnerungen an frühere große Veranstaltungen der Region. Auch der Name „Omas Teich“ fällt gelegentlich, wenn über die Sturmflut gesprochen wird.

Das Team empfindet diesen Vergleich als schmeichelhaft, sieht das eigene Konzept jedoch in einer anderen Größenordnung und mit einer anderen Zielsetzung.

Das Sturmflut Festival soll bewusst überschaubar bleiben. Statt möglichst schnell zu wachsen, möchten die Verantwortlichen ein kleines Festival mit persönlicher Atmosphäre etablieren. Auch musikalisch liegt der Schwerpunkt deutlich auf Rock, Deutschrock, Metal und Punk.

Für die kommenden Jahre werden bereits einzelne Überraschungen angedeutet. Der grundsätzliche Charakter soll jedoch erhalten bleiben: nahbar, gemeinschaftlich und eigenständig.

Auch optisch verfolgt das Festival eine klare Linie. Passend zu Ostfriesland und zum Namen soll das Gelände im maritimen Stil dekoriert werden. Damit möchte die Sturmflut nicht nur musikalisch, sondern auch atmosphärisch eine eigene Identität entwickeln.

Der entscheidende Unterschied bleibt die Organisationsform: Hinter dem Festival steht kein privatwirtschaftliches Veranstaltungsunternehmen, sondern ein gemeinnütziger Verein, dessen Helfer ihre Aufgaben ehrenamtlich übernehmen.

Die entscheidende Phase

Die letzten Vorbereitungen laufen

Inzwischen befindet sich das Team in der entscheidenden Phase. Aufbaupläne werden konkretisiert, Helfer eingeteilt und die letzten organisatorischen Details abgestimmt. Jeder im Verein hat seinen eigenen Verantwortungsbereich, doch am Ende laufen alle Aufgaben in einem gemeinsamen Ziel zusammen.

Damit die noch offenen Ideen tatsächlich realisiert werden können, hofft der Verein auf weitere Ticketverkäufe, Sponsoren und Unterstützer.

Was trotz Genehmigungen, Techniklisten, Helferplänen und Finanzierungsfragen im Mittelpunkt steht, lässt sich für die Beteiligten leicht beantworten: die Musik und die gesamte Community.

Bereits jetzt sorgt allein der Gedanke an den Moment, in dem die ersten Gitarren über das Gelände erklingen und Besucher, Bands, Helfer und Unterstützer erstmals zusammenkommen, für Gänsehaut.

Eine neue Festivalgeschichte beginnt

Laut, maritim und mit sehr viel Herz

Aus einer Idee für einen Tag ist ein Festival entstanden. Aus einigen Freunden wurde ein Verein. Und aus dem Wunsch nach mehr Rockmusik in Ostfriesland entwickelte sich ein Projekt, das Unterhaltung, regionale Förderung und soziales Engagement miteinander verbinden will.

Zur Festival-Webseite
© StageCore Magazin · Szene News · Sturmflut Festival Ostfriesland